Der Moment ist immer derselbe: Die Tür fällt zu, und im selben Augenblick wissen Sie, wo der Schlüssel liegt. Was jetzt zählt, ist nicht Schnelligkeit, sondern Reihenfolge. Die ersten vier Schritte kosten nichts.
Schritt 1 — Prüfen, ob wirklich zu ist
Drücken Sie die Klinke herunter und ziehen Sie leicht. Bewegt sich die Tür minimal, ist sie nur zugefallen — das ist der günstige Fall. Prüfen Sie dann Balkontür, Terrassentür und gekippte Fenster. Ein gekipptes Fenster im Erdgeschoss ist keine Lösung zum Einsteigen, aber womöglich eine für einen Angehörigen mit ruhiger Hand und einem langen Arm.
Schritt 2 — Zweitschlüssel durchgehen
Wer hat einen? Partner, Eltern, Kinder, Nachbarn, der frühere Mitbewohner, die Reinigungskraft. Auch wenn die Person weit weg ist: Ein Taxi zur Übergabe ist in aller Regel billiger als ein Nachteinsatz mit Zuschlägen.
Schritt 3 — Hausverwaltung oder Vermieter
Manche haben einen Zweitschlüssel, viele aus Haftungsgründen bewusst nicht. Der Anruf kostet nichts und dauert eine Minute. Bei größeren Wohnanlagen gibt es oft einen Hausmeisterdienst mit Rufbereitschaft.
Schritt 4 — Ehrlich abwägen, ob Warten geht
Es ist vierzehn Uhr, Sie haben einen Ort zum Bleiben und der Zweitschlüssel ist heute Abend da? Dann warten Sie. Zwischen 22 und 8 Uhr kommen bei jedem seriösen Betrieb 30 bis 50 Euro Zuschlag hinzu, an Sonn- und Feiertagen noch einmal dasselbe. Das sind schnell 80 Euro, die eine Verschiebung um ein paar Stunden spart.
Nicht warten sollten Sie, wenn ein Kind oder eine pflegebedürftige Person in der Wohnung ist, wenn der Herd oder ein Bügeleisen läuft, oder wenn Sie Medikamente brauchen. Dann ist es ein echter Notfall — bei Gefahr für Leben oder Gesundheit rufen Sie 112, nicht den Schlüsseldienst.
Schritt 5 — Den Schlüsseldienst auswählen
Jetzt erst. Und nicht über die erste Anzeige, sondern mit drei Prüfungen, die zusammen zwei Minuten dauern:
- Steht im Impressum eine echte Adresse in Ihrer Stadt?
- Gibt es eine Preisliste auf der Seite?
- Wird am Telefon ein konkreter Betrag genannt, nachdem man Sie nach dem Türzustand gefragt hat?
Dreimal ja: anrufen. Einmal nein: weitersuchen. Sie haben die Zeit — die Tür läuft nicht weg.
Schritt 6 — Was Sie bis zur Ankunft nicht tun sollten
Keine Eigenöffnung mit Karte, Draht oder Schraubendreher. Das funktioniert bei modernen Schlössern fast nie und beschädigt regelmäßig Falle oder Zarge, was die anschließende Öffnung teurer macht. Keine Gewalt gegen die Tür: Eine eingetretene Tür kostet in der Mietwohnung ein Vielfaches und ist über keine Versicherung gedeckt, wenn Sie sie selbst eingetreten haben.
Legen Sie stattdessen Ausweis und Zahlungsmittel bereit. Ein seriöser Betrieb wird beides sehen wollen.
Danach: einmal vorsorgen
Hinterlegen Sie einen Zweitschlüssel bei jemandem in der Nähe. Das ist die einzige Maßnahme, die den ganzen Vorgang beim nächsten Mal überflüssig macht — und sie kostet nichts.